Quartierverein Kempten

Jubiläumsreise 2007

Jubiläumsreise nach Sedrun am 14. Oktober 2007

Am frühen Sonntagmorgen stiegen gegen 50 Mitglieder in den Reisecar der Firma Heusser. Nach der Autobahn-Raststätte Glarnerland verzog sich bereits der Morgennebel. Die Churfirsten und der Glärnisch zeigten sich klar im warmen Herbstsonnenschein.

Vor Chur bog der Car zu einem Rastplatz ab. Der Präsident offerierte den Aussteigenden frische Gipfeli, geschenkt von der Bäckerei Steiner und heissen Kaffee. «Pro zwei Personen ein Gipfeli - äh - natürlich pro Person zwei Gipfeli», korrigierte Jakob Schneider lachend seinen Ausrutscher.

Bei der Vorbeifahrt von Blochers ehemaligen Ems-Chemie erklärte unser Chauffeur Sepp Kälin: «Blochers Büro sei im Hochhaus zu oberst gewesen. Hinauf sei Blocher immer mit dem Lift, hinab hingegen zu Fuss. Er hätte es «ums verrode» nicht über sich gebracht, den Liftknopf EG (Erdgeschoss) zu drücken.


Um 1015 Uhr stiegen wir über viele Treppen in Sedrun zum Informationssaal der Alp-Transit NEAT hinauf. Obwohl viele die Filmausschnitte vom Bau der NEAT im Fernsehen gesehen hatten, überraschten die grossen Projektionsbilder, Modelle und Filme allesamt. Das Bauwerk mit einer Länge von 57 Kilometern (Gotthard-Basistunnel) ist in der Tat gewaltig. 

Mit ruhiger Spannung verfolgten die Mitglieder die Ausführungen über die Baufortschritte im letzten Jahr. «Unerhört» - «Noch nie da gewesen, gigantisch», empfanden die Teilnehmer die Darbietungen im Informationszentrum. Im Vorraum konnten die Besucher die
je nach Streckenabschnitt sehr unterschiedliche Qualität des Ausbruchgesteins mit den Händen prüfen. Diese unterschiedliche Qualität fordert von den Tunnelbauern oft innovative Lösungen um den Tunnel weiter in den Berg zu treiben.

Zur «Multifunktions-Stelle» Sedrun im Gotthard-Basistunnel gelangt man über einen Lift, rund 1'100 Meter tief unten im Berg. Mit 17 Meter pro Sekunde saust der Aufzug in die Tiefe.

Multifunktionsstelle Sedrun im Gotthard-Basistunnel

Den Schacht für diesen Lieft haben südafrikanische Minenarbeiter gebaut, da sie in der Vertikalbauweise über grosse Erfahrung verfügen und über eine bestimmte Zeichensprache miteineinander kommunizieren können (die Zeichensprache ist aufgrund des Baulärms die einzige mögliche Kommunikationsform).

Seilwinde des Motors für den 1'100 Meter langen Vertikal-Lift

Drei Tage nach unserem Besuch las man in der Zeitung vom Durchschlag des Stollens in Richtung Amsteg. Eine 7,5 Kilometer lange, sehr heikle, weiche Gesteinsschicht wurde mit ausgeklügelter Technik überwunden.

Nach 12 Uhr beförderte der Car die Leute zum Mittagessen ins Hotel «La Val» in Rueras. Während der Mahlzeit kam mir die Witwe Bolte in Buschs «Max und Moritz» in den Sinn, als diese im Keller «eine Portion Sauerkohl holte, von dem sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt.» Wir bekamen zwar kein Sauerkraut, sondern eine Piccata Milanese, leider auch aufgewärmt.

Punkt zwei Uhr hielt unser Car wieder in Sedrun an. Da nur 20 Teilnehmer einen Besuch im Stollen ermöglicht werden konnte, mussten die Teilnehmer ausgelost werden. 

Baustellen-Zug bei der Haltestelle für den Vertikal-Lift

Die Hälfte der Teilnehmer zog sich zuerst in der Baracke baustellentauglich an (Schutzüberwurf, Brille, Helm usw.) und machte sich mit einem holperigen Bauzug auf den Weg zur Besichtigung des ebenen Eingangsstollens.

Die anderen besuchten das örtliche Museum mit vielen teuren Bergkristallgruppen, die zum Teil auch beim NEAT-Ausbruch zum Vorschein gekommen waren.

Um 16 Uhr gings flott aufwärts zur Oberalp-Passhöhe, wo ein fast einstündiger Halt eingeschaltet wurde. Im milden Herbstsonnenschein stiegen viele neben dem blauen Oberalpsee in die Höhe und genossen die Wärme und die Aussicht auf den Gletscher, den See und die ruhige Alpenwelt.


Wenn die Sonne im Oberalpsee versinkt

Der Car führte uns weiter nach Andermatt, zur dunklen, wuchtigen Schöllenenschlucht. Über die Autobahn gelangten wir zur Axenstrasse und über den Sattel ins Zürcher Oberland. Fast wie geplant, erreichten wir kurz vor acht Uhr Kempten.

Erfüllt und befriedigt
von den vielen Eindrücken des Festtages dankten die Teilnehmer den Veranstaltern für ihre Reisevorbereitungen.

Rolf Schneider

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen zum grössten Bauprojekt der Schweiz gibt es auf der offiziellen Internet-Seite der externer LinkAlptransit Gotthard AG mit Informationen zumexterner LinkTeilabschnitt Sedrun.

Weitere Hintergrund-Informationen zur NEAT finden Sie im öffentlichen Internet-Lexikonexterner LinkWikipedia.

Bilder-Galerie der Jubiläumsreise

  • 0 NEAT Tunnels der Schweiz
  • 1 Multifunktionsstelle Sedrun
  • 2 Der Schraeglift zur Baustelle und zur Staziun
  • 3a Baustellentaugliche Ausruestung fuer alle 1
  • 3b Baustellentaugliche Ausruestung fuer alle 1
  • 4 Baustellentaugliche Ausruestung fuer alle 2
  • 5 Baustellenzug TGV
  • 6 Staziun Sedrun der grosse Bahnhof
  • 7 Staziun Sedrun 2 Baustellen Bahnhof
  • 8 Staziun Sedrun 1 Baustellen Bahnhof
  • 9 Baustellenzug TGV Wir steigen ein
  • 10 Eingang zum Stollen
  • 11 Im Zug zur Baustelle
  • 12a Fahrgast Zelle des Vertikal Lifts
  • 12b Fahrgast Zelle des Vertikal Lifts
  • 13 Die Seilwinde 1
  • 14 Die Seilwinde 2
  • 15 Der fachkundige Baustellen Fuehrer
  • 16 Diesel Lokomotive fuer Bauzug
  • 17 Unterkuenfte der Bauarbeiter
  • 18 Die Porta Alpina immer und ueberall
  • 19 Walti Kuebler der Event Manager